Es ist Mittwochmorgen, der Motorradhelm sitzt, der Reisverschluss an der Motorradjacke ist zu. Die Sonne bahnt sich langsam ihren Weg in den babyblauen Himmel. Noch weht eine frische Morgenbrise, als ich auf das Motorrad steige. Heute geht es aber nicht auf Tour in die Berge, sondern zu Dreharbeiten nach Oberbayern. Heute wird Tim Schrick, ein Rennfahrer und begeisterter Biker, zwei unserer Testbikes auf Herz und Nieren prüfen.
Eins davon, eine Kawasaki Z 1000, Baujahr 2007, werde ich gleich an den Drehort, einen alten denkmalgeschützte Bauernhof in Bayern, überführen. Die Location liegt in der malerischen Umgebung in der Nähe von Markt Frontenhausen. Also Bein über die Sitzbank geschwungen, auf den Startknopf gedrückt, und vier flüssigkeitsgekühlte Zylinder fangen in einem Liter Hubraum an, ihr benzinvernichtendes Werk zu tätigen. Ein gleichmäßiges und sonores Dröhnen aus den eigentümlichen geformten Endtöpfen umgibt mich. Eine sehr schöne Soundkulisse, die brav wirkt, aber durchaus auch mit Nachdruck auf sich aufmerksam macht.
Böse Überraschungen? Fehlanzeige!
Ich lege den ersten von sechs Gängen ein, und mit einem sanften Ruck gibt mir das Bike zu verstehen, in welche Richtung es will: vorwärts! Und das mit einer kraftvollen und gleichmäßigen Leistungsentfaltung. Auf den ersten Kilometern scheint das Bike keine bösen Überraschungen bereitzuhalten, und das wird sich, fast schon langweilig, bis zur Ankunft nicht ändern. Die Ingenieure bei Kawasaki haben die Steuerelektronik sehr harmonisch auf die Motorleistung abgestimmt und jede böse Überraschung aus der Leistungskurve gebügelt.Auf dem Weg von der Landstraße bis hin zur Autobahn kann ich teilweise eindrucksvoll erfahren, mit wie viel Kraft der Motor in jeder beliebigen Drehzahl das trocken 210 Kilo schwere Bike anschiebt. Hier etwas nach links, da etwas nach rechts, aufrichten will sie sich dennoch immer von selbst. Für einen Gelegenheitstäter bleibt auch bei zügigen Fahrten um enge Kurven immer ein Gefühl der Beherrschbarkeit. Das Bremsen beansprucht den Unterarm nicht wirklich, auch der Fuß kann fein dosiert das Motorrad über die hintere Scheibe verzögern. Wenn eine Vollbremsung unvermeidlich sein sollte, wird das ABS dafür sorgen, dass sich die Vordergabel in brenzligen Situationen nicht ungeplant nach links oder rechts verabschiedet.
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- Wenn Tim die Macht über das Gefährt hat, sind spektakuläre Bilder garantiert - egal ob mit zwei oder vier Rädern
In die Berge? Ein anderes Mal.
Kurz vor der Ankunft noch mal getankt, so kommt es bei den Dreharbeiten nicht zu ungeplanten Wartezeiten. Für 100 Kilometer komme ich dabei auf einen Verbrauch von etwa sechs Litern. Das überrascht mich sehr angenehm. Kurz mal kopfgerechnet, heißt das bei einem Tankinhalt von 18,5 Liter ungefähr 300 Kilometer Reichweite. Bergpass, ich komme! Aber leider ein anderes Mal.Am Drehort angekommen, gibt es erstmal Shake Hands mit dem restlichen Team. Tim Schrick, ein Rennfahrer von Berufswegen, begutachtet schon die Bikes. Die Kawasaki und eine KTM Super Duke. Währenddessen bespricht er sich schon mit dem Redakteur über den Ablauf an diesem Tag. Mit dabei natürlich der Kameramann Norbert Blenk. Er richtet schon die erste Position mit seinem Assistenten ein, während sich Tim schon in den technischen Details der beiden Bikes verliert. Doch bevor es endgültig losgeht, kann Tim es nicht lassen uns seine Enduro, ebenfalls von KTM, vorzuführen. Sehr beeindruckend, was man mit diesem Motorrad alles machen kann. Nun besteht kein Zweifel mehr, dass sich das Team um gute Bilder keine Sorgen mehr machen muss.
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- Am Nachmittag bezieht die Crew Stellung im Innenhof des alten Bauernhofes, um ein paar schöne Standbilder zu machen
Lights, Kamera, Action, you’re on!
Die ersten Bilder des Intros sind im Kasten, es geht schon an die nächste Location. Ein kleiner Parkplatz, von dem aus es auf eine schöne, von Feldern und kleinen Waldstücken umrahmte Landstraße geht. Übersichtliche Kurven, die ein oder andere Kuppe und strahlender Sonnenschein - was will das Bikerherz mehr?!Tim zeigt uns auf seine Art und Weise, was in den beiden Testbikes alles drinsteckt. Gekonnt wedelt er fast wie ein Skifahrer durch die Kurven und lässt das ein oder andere Mal die Kraft der Motoren ungefesselt auf den Asphalt einwirken. Immer auf der Jagd nach den besten Einstellungen, legt sich Norbert auf die Lauer und braucht Dank seiner Routine so gut wie nie eine Wiederholung der Fahrszenen. Immer wieder wird für schöne Aufnahmen und ungewöhnliche Perspektiven auch mal zu etwas unkonventionellen Mitteln gegriffen.
Die Debatte folgt nach Dreh
Da darf weder der Vorrat an Klebeband ausgehen, noch der Erfindungsreichtum. Als die Sonne sich am Nachmittag schon langsam auf den Weg nach Westen macht, beziehen wir noch Stellung im Innenhof des alten Bauernhofes, um ein paar schöne Standbilder zu machen. Nachdem alle Einstellungen im Kasten sind, wird bei einem kleinen Kaffee über die Vor- und Nachteile von vier und zwei Zylindern debattiert, aber zu einer Einigung sind wir nicht gekommen. Es kommt eben immer darauf an, was man mit dem Motorrad so vorhat. Alles in allem bin ich froh, dass ich mit meinem heimlichen Favoriten heimfahren kann. Ein kleiner Ruck vom Hinterrad weißt mir den Weg zurück über gediegene Landstraßen. Angekommen bin ich schon fast traurig, dass der Weg nicht etwas länger war. Völlig entspannt und ohne Druck auf den Handgelenken steige ich ab und verabschiede mich bis zum nächsten Mal. Aber für alle, die das gerne selbst ausprobieren möchten, hier noch eine kleine Bauanleitung: Man nehme etwas Zeit, einen Rennfahrer, gutes Wetter, zwei tolle Bikes, eine schöne Straße und ein Kamerateam. Man mische das Ganze unter Getöse, Auspufflärm und sportliche Fahrweise in vielen Kurven zu einem breiten Grinsen zusammen, und fertig ist ein schöner Tag mit dem DSF Bike-Filmteam. Das Ganze wird euch natürlich nicht vorenthalten und ist zu sehen an jedem Mittwoch um 21:15 Uhr im DSF.

