Basis-Diesel: Komfort, Raum oder Sport?

Sein imposanter Auftritt erinnert an den des großen Bruders A6: Audi schickt den neuen A4 2.0 TDI ins Rennen, um sich in der Mittelklasse neu zu beweisen. Doch kann sich der Ingolstädter gegen die Basis-Diesel von BMW (318d) und Mercedes (C200 CDI) durchsetzen? ( , 01.01.2009)

Der frontgetriebene Herausforderer

Mit 318d und C200 CDI misst sich der neue A4. Mit seiner Außenlänge von 4,70 Meter spendet er schon mal genügend Schatten, um die Konkurrenz darin untergehen zu lassen. Der neue A4 kann den Konkurrenten aus München bezüglich Agilität und Durchzugskraft durchaus ins Schwitzen bringen - dank Common-Rail-Einspritzung, dem etwas weiter hinten als im Vorgänger verbauten Motor und der dadurch entlasteten Vorderachse. Lediglich im Sprint von 0 auf 100 km/h unterliegt er dem BMW um 0,5 Sekunden. Bei Mercedes machen sich hier deutlich das Übergewicht von knapp 200 Kilogramm und der Leistungsrückstand von acht PS bemerkbar. Und das trotz des mit 2,1 Liter Hubraum volumenstärksten Aggregats im Vergleich. Weswegen der C200 auch mit 5,9 Liter Durchschnittsverbrauch hinter den sparsameren A4 mit 5,5 Litern zurück fällt. Eindeutig punkten kann hier jedoch der BMW, bei dem das geringe Gewicht und das Efficient-Dynamics-Paket den Durchschnittsverbrauch auf 4,8 Liter drücken.

BMW 318d - Vogelperspektive
Der 3er BMW befindet sich im Spätsommer seiner Karriere. Kann er dem Audi und dem Mercedes trotzdem Paroli bieten?

Komfort-Cruiser

Für längere Touren und Reisen ist der C200 prädestiniert, das Fahrwerk schluckt komfortabel Wellen und Querrillen. Wenn es aber über großväterliches Cruisen hinaus geht, muss er sich gegenüber Audi und BMW geschlagen geben. Denn deren straff-sportliches Fahrwerk teilt den Insassen jedes Detail der Straßenverhältnisse mit und erlaubt damit höhere Kurvengeschwindigkeiten. Im C200 hingegen werden Anfälle von Kurvenspaß vom komfort- und sicherheitsbedingt frühzeitig eingreifenden ESP schnell erstickt. Dieses erlaubt sich, selbst im ausgeschalteten Zustand dem Fahrer noch unter die Arme zu greifen.Die Sicherheit betreffend glänzt Mercedes. Side- und Windowbags gibt es schon in der Serienausstattung, und als Einziger im Vergleich bietet der Mittelklasse-Benz die „Knee-Bags“ für den Fahrer an. Das Stabilitätsprogramm ESP wurde noch um Berganfahrhilfe und Hold-Funktion erweitert.Für den richtigen Komfort für Fahrer und Beifahrer sorgen im C200 noch die serienmäßig elektrisch verstellbaren Sitze. Außerdem gibt’s elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, die auch BMW in der Serienausstattung anzubieten hat. Immerhin 460 Euro zahlt man bei Audi für beheizte Spiegel, wenn die im Winter nicht frieren sollen. Dafür beinhaltet die 30.400 Euro teure Grundausstattungslinie Attraction bei Audi die 17-Zoll-Alus und die sonnenstandabhängig geregelte Klimaautomatik. Die großzügige Ausstattung lässt sich Mercedes allerdings allerdings teuer bezahlen. Und so bringt es der C200 auf einen stolzen Grundpreis von 32.993 Euro. Das sind immerhin 3.042 Euro mehr als der serienausgestattete 318d für 29.950 Euro.

Mercedes C 200 CDI - Seitenansicht
Für längere Touren und Reisen ist der Mercedes C 200 CDI prädestiniert, das Fahrwerk schluckt komfortabel Wellen und Querrillen

Angriff auf die Mittelklasse

Die komfortabelste, aber auch emotionsloseste Möglichkeit, viel Geld in die Mittelklasse zu investieren, kann Mercedes mit dem C200 CDI bieten. Für das Wohnzimmer-Ambiente muss man allerdings tief in die Tasche greifen. Roh und sportlich dagegen der 318d. Gespart wird an der Grundausstattung, dafür gibt’s einen agilen und sparsamen Einstiegs-Diesel zum günstigen Preis. Den besten Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort bietet Audi. Der A4 2.0 TDI bietet ein dynamisches Fahrwerk gepaart mit einer gelungenen Innenausstattung - und das Ganze noch zu einem vernünftigen Preis.

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