Der Dritte im Bunde
Nach Qashqai und Murano liefert Nissan nun den dritten Crossover. Erneut vermischen die Japaner dabei sportliche und rustikale Designelemente und zeigen sich dabei deutlich verspielter als die Konkurrenz. „Originalität und Witz“ soll der Juke laut Pressetext ausstrahlen. Ob der Kunde das genauso sieht? Allein schon die Frontansicht ist äußerst gewöhnungsbedürftig. Hier paart Nissan einen extrabreiten Kühlergrill mit runden und keilförmigen Leuchten. Aggressiv oder freundlich? Man weiß es nicht genau. Die Seitenansicht wird dominiert von breitausgestellten Radhäusern und einer dynamisch ansteigenden Fensterfront, die in einer breiten C-Säule endet. Der Übersichtlichkeit dürfte dies nicht zuträglich sein. Dennoch ist die Heckpartie designtechnisch die Schokoladenseite des Juke.
Keine Experimente bei den Motoren
Unter der Haube bietet Nissan dann wieder gewöhnliche Hausmannskost. Ein neuentwickelter 1,6 Liter Benzinmotor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung liefert 190 PS und bis zu 240 Nm. Das Kraftwerk wird mit einem weiter entwickeltem Nissan ALL-MODE 4x4-i-System kombiniert. Es kann die Kraft nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse bis zu einem Verhältnis von 50:50 splitten, sondern erstmals auch zwischen den beiden Hinterrädern variabel verteilen. So sollen Untersteuertendenzen bei Kurvenfahrten minimiert werden. Die zweite Motoroption für den Juke ist ein 1,6 Liter großer 16V-Benziner mit 117 PS und maximal 157 Nm Drehmoment. Selbstverständlich ist auch der bewährte 1.5 dCi Common-Rail-Turbodiesel mit 81 kW (110 PS) und 240 Nm Drehmoment im Angebot.
Ab Herbst ist der Juke auch auf deutschen Straßen zu finden. Zu den Preisen macht Nissan noch keine Angaben – er soll aber unterhalb des Qashqai positioniert werden.
Elektrisch in die Zukunft
Einen grünen Anstrich will sich Nissan hingegen mit dem Leaf verpassen. Im Gegensatz zum Juke setzt dieser nämlich auf einen innovativen Elektroantrieb. Dieser liefert eine Leistung von 80 kW und ein Drehmoment von 280 Nm. Maximal 140 km/h sollen damit möglich sein. Eine volle Batterieladung eröffnet einen Aktionsradius von 160 Kilometern – was für weltweit 80 Prozent aller Autofahrer, die täglich deutlich kürzere Strecken zurücklegen, völlig ausreicht. Zusätzlichen Strom liefert die Bremsenergierückgewinnung. Hierbei wird die beim Verzögern entstehende Energie direkt in die Batterie zurückgespeist – und diese somit wieder aufgeladen.
„Tanken“ dauert deutlich länger
Mit einem 50 kW starken Schnellladegerät ist es möglich, die Batterien in weniger als 30 Minuten auf 80 Prozent ihrer Kapazität aufzuladen. Bis solche Stromtankstellen flächendeckend installiert sind, geht Nissan davon aus, dass die meisten Besitzer ihren Leaf entweder während der Arbeit oder zu Hause aufladen. In beiden Fällen mittels einer 220 Volt-Steckdose. Diese Ladeform nimmt jedoch acht Stunden in Anspruch. Die am Auto angebrachte Steckdose für das Ladekabel verbirgt sich unter einem mit dem Nissan Logo verzierten „Tankdeckel“ im Bug des Leaf.
Auch die äußeren Werte stimmen
Im Gegensatz zu früheren Elektromobilen zeigt sich der Leaf als vollwertiger und durchaus ansehnlicher Kompakter. Keine Spur vom Öko-Mief vergangener Elektrofahrzeuge. Mit stattlichen 4,45 Metern Außenlänge siedelt sich der Nissan in der Golf-Klasse an, dürfte preislich allerdings deutlich darüber liegen. Einen enormen Kostenpunkt spielen hierbei die Batterien, die wohl geleast und nicht gekauft werden müssen. Ohne staatliche Förderung dürfte es der Leaf auf deutschen Straßen daher schwer haben. Zudem ergibt sich die von Nissan gepriesene „Null-Emissions-Mobilität“ erst bei 100%igem Ökostrombezug. Ein Zustand der im deutschen Energiemix leider noch weit entfernt ist. Bestellungen für den Leaf nimmt Nissan auf ausgewählten europäischen Märkten ab Sommer entgegen. Erste Auslieferungen sollen noch vor Ende dieses Jahres erfolgen.

