Bekanntes Gesicht - Gesichtsloses Heck
Der A1 trägt das Gesicht der Marke mit den Audi-typischen LED Scheinwerfern und dem großem Single-Frame-Kühlergrill. Dennoch ist ein Großteil seines Designs eigenständig. Das Fließheck ist eher nüchtern als emotional ansprechend. Ruhige Flächen unterstreichen den konservativen Charakter. Auch wenn alles außer der Front neu wirkt, bleibt der Aha-Effekt aus. Zum Marktstart im Juli dieses Jahres soll der Kunde aus vier Wagenfarben wählen können. Der Innenraum verspricht hohe Qualität und Verarbeitung. Audi wirbt zudem mit einem hohen Maß an Individualisierungsmöglichkeiten. Das Ingolstädter Unternehmen unterhält und informiert mit einem High-End-Infotainmentsystem.
Vorsprung durch Technik
Der Großteil der A1-Teile stammt aus dem Audi-Baukastensystem. Genau wie seine Schwestermodelle liegt der A1 voll am Puls der Zeit. Ganz großes Thema hier: Sprit sparen und den CO2-Ausstoß minimieren. Neben einem niedrigen Fahrzeuggewicht und verschiedenen Effizienzprogrammen im Bordcomputer folgen die vier zur Wahl stehenden Motoren dem Downsizing-Trend. Aufladung ersetzt hierbei einen großen Hubraum. Dementsprechend verfügen die zwei Diesel und die beiden TFSI-Benziner über Direkteinspritzung und Turbolader. Ihr Leistungsspektrum rangiert zwischen 86 und 122 PS. Audi stattet die neuen Premium-Kompakten zudem mit umweltfreundlichen smart-Lösungen aus. Ein Rekuperationssystem gewinnt Energie aus dem Bremsvorgang und speichert diese in der Batterie ein. Die Start-Stopp-Automatik spart Sprit an der Ampel. Laut Audi soll so ein Verbrauch zwischen 3,8 und 5,4 Liter pro 100 Kilometer möglich sein.
Audi Kleinwagen - Episode eins
Mit dem neuen A1 knüpft der Ingolstädter Hersteller an eine kurze Episode der Firmengeschichte an. Bereits 1974 versuchte sich Audi, damals hieß der Konzern noch Audi NSU Auto Union AG, an einem Kleinwagen. Der Audi 50 kam mit 1100cm3 und Frontantrieb auf die Welt. Fahrwerk und Karosserie sind baugleich mit dem ein Jahr später angebotenem VW Polo, der zunächst als Sparversion des Audi 50 an den Start ging. Da Audi aber eher die Mittel- und Oberklasse bediente, verschwindet der Audi 50 aus strategischen Gründen 1978 wieder vom Markt. Heute ist es genau anders herum: der Polo bildet das Gerüst für den kleinen Audi. Optisch gibt es jedoch kaum Gemeinsamkeiten.
Der A1 soll bei 16.000Euro starten und liegt damit auf dem Preisniveau des MINI Einstiegsmodell „One“. Ob er die Konkurrenz in die Schranken weißen kann, so wie Audi es prophezeit, bleibt abzuwarten.

