Kaum erwacht der bassig-sonore Sechszylinder zum Leben, geht’s auch schon weg vom Strand in das Jagdgebiet des Z4, die kurvigen Berge. Und genau hier lässt er selbst dem skeptischsten Fahrer nichts anderes übrig, als Stunden später mit einem Grinsmuskelkater auszusteigen. Trotz des Mehrgewichts von 185 Kilogramm gibt sich der bayerische Sportler leichtfüßig wie eine Katze. Bei einem Leistungsgewicht von 5,0 kg pro PS ist dies auch nicht weiter verwunderlich.
Gerade aus der Ortschaft raus, knutscht das Gaspedal den Fußboden des Roadsters. In nur 5,1 Sekunden spult der Hecktriebler die 100 ab. Gierig schnellt die Temponadel immer höher und wird dann schlussendlich bei Tempo 250 mit einem Würgehalsband gestoppt. Es gibt sicherlich Wichtigeres im Leben, aber irgendwie wurmt es den vortriebverwöhnten Fahrer dann doch, wenn er zwar mit einem SLK 350 gleichzieht, aber vom Boxster S frech fröhlich rechts überholt wird.
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- Ist das optionale adaptive Sportfahrwerk an Bord, kann sich jeder Fahrer eine individuelle Härte- und Traktionsabstimmung konfigurieren
Feintuning wie im Motorsport
Die rallyeerprobten Landstraßen bei Alicante sind geradezu ideal zum Kurvenräubern. Und der Z4 dürfte sich nicht BMW nennen, wenn er das nicht mit Lässigkeit durchstehen würde. Und das macht er mit permanentem Druck. Ein Drehmoment von knackigen 400 Nm wird im Bereich zwischen 1.300 und 5.000 Umdrehungen auf die Hinterachse gefeuert. Schwächeln ist nicht die Tugend des Z4 sDrive35i.Das optionale adaptive Sportfahrwerk bietet jedem Fahrer eine individuelle Härte- und Traktionsabstimmung. Der Normal-Modus ist im Gegensatz zum Vorgänger ungewohnt komfortabel und reisetauglich abgestimmt. Das ist durchaus positiv gemeint. Ehe jetzt fies gezüngelt wird, der Z4 sei zum Weichei mutiert… es geht auch anders. Im Modus „Sport“ geht es straffer, lauter und sportlicher zu, bei Sport+ ist es vorbei mit der Gemütlichkeit, auch dank der dynamischen Traktionskontrolle. Alternativ wäre „D“ wie Drecksau ein passender Begriff gewesen, denn hier gibt sich der Z4 freiheitsliebend und gewährt dem Fahrer den einen oder anderen Power Slide.
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- Trotz festen Klappdachs stehen bei geöffnetem Dach immerhin 180 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung. Im Coupé-Modus sind es sogar 310 Liter
Popometer mit Höchstleistungen
Allerdings taugt dieser Modus mehr für den Trip auf der Rennstrecke oder gut ausgebauten Landstraßen. Viel zu zappelig und unruhig bewegte sich der Hecktriebler auf den welligen Gebirgskurven Spaniens. Persönliche Favoriteneinstellung war der Sport-Modus mit abgeschalteter Traktionskontrolle. In diesem Modus zuckt und zickt das Heck gerne mal im Rückspiegel und wirft erst sehr spät den Sicherheitsanker. Der berühmte „Popometer“ keimt dank Heckantrieb und der tiefen Sitzposition zu Höchstleistungen auf. Jedes noch so kleine Wedeln wird direkt an den Fahrer übermittelt. Man „fühlt“ den Wagen in jeder Kurve.Auch die Lenkung gibt präzise jede noch so kleine Fingerbewegung an die Vorderräder weiter. Aber nicht nur diese Fingerbewegung darf freudig registriert werden. Nachdem mich das optionale Direktkupplungsgetriebe von BMW als Schalterfan bisher nur bedingt begeistern konnte, entpuppt es sich im Z4 als gescheite Alternativlösung zum Handschalter. Mit neun Litern Durchschnittsverbraucht liegt das DKG zudem knapp einen halben Liter unter der handgeschalteten Version.
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- Großes Lob bekommt das Navigationsdisplay. Selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen wie direktem Sonneneinfall von hinten bleibt es immer exzellent ablesbar
Motor und Getriebe: Hightech, die sich lohnt
Im Z4 bekam das DKG gefühlt die bisher beste Abstimmung verpasst. Ob nun gemütliches Cruisen am Strand, rasante Beschleunigungsfahrten im S-Modus oder spaßbringende Kurvenräuberei in Verbindung mit den Schaltwippen, auf 700 Kilometern war das DKG immer sofort präsent. Als kleinen Bonus gibt es dann hier und da beim Runterschalten noch ein rotziges Zwischengasgebell. Eben dieses Gebell entweicht dem 306 PS starken Reihensechszylinder. Der ist eigentlich nur mit einem Wort zu beschreiben: Sahne. High Precision Injektion, Aluminium-Kurbelgehäuse und Twin-Turbo-Aufladung, das hört sich schon ohne direkte Daten herrlich an. Drei Liter Hubraum geben die Basis.Zwei Turbolader, die jeweils drei Zylinder mit komprimierter Luft versorgen, bringen den „Engine of the Year 2007“ förmlich zum Tanzen. Eine perfekte Kombi. Dadurch kommt der sDrive35i auf eine Leistung von 75,5 kW pro Liter Hubraum. Das Trägheitsmoment, auch Turboloch genannt, löst sich quasi in Luft auf. Zudem erfüllt der Motor problemlos die Euro 5-Norm.

