Audi nutzt das Heimspiel bei der Frankfurter IAA (13. bis 23. September), um die nächste Generation seines „Brot-und-Butter-Modells“ vorzustellen: In Hessen feiert der neue Audi A4 seine Weltpremiere. Eine optische Revolution darf das Publikum allerdings nicht erwarten. Dafür hat sich unter dem Blech eine Menge getan.
Zur Markteinführung schicken die Ingolstädter ihre um elf Zentimeter in die Länge gewachsene Mittelklasselimousine mit fünf unterschiedlichen Motoren an den Start: Das Leistungsspektrum beginnt bei 105 kW/143 PS und reicht bis 195 kW/265 PS. Die Stufenhecklimousine wird bereits ab November in drei Ausstattungslinien ausgeliefert. Den Einstiegspreis beziffert Audi mit rund 26.000 Euro.
Einschneidende technische Modifikationen
Bei der Retusche der Außenhaut haben sich die Designer zurückgehalten. Markantere Linien, ein trapezförmiger Kühlergrill und veränderte Überhänge setzen nur vereinzelt neue Akzente. Ansonsten scheint der Viertürer ganz der Alte zu sein. Doch die wahre Revolution liegt unter dem Blech: Durch einen Platztausch von Getriebe und Differential kann der Motor im Vergleich zum Vorgänger ein Stück nach hinten rücken, gleichzeitig wurde die neue Fünflenkerachse weiter vorne und tiefer platziert. Das Lenkgetriebe sitzt jetzt unterhalb des Motors. Durch diese ausgewogenere Gewichtsverteilung verliert der Audi seine Kopflastigkeit und fährt künftig präzise und sicher durch die Kurven. Die neue Technik, "modularer Längsbaukasten" genannt, soll auch in den kommenden Modellen der oberen Mittelklasse und Oberklasse zu finden sein.Als Einstiegsmotor kommt auf Dieselseite der 2,0-Liter-Turbo-Dieselmotor mit Common-Rail-Einspritzung zum Einsatz. Er leistet 105 kW/143 PS und verbraucht nach Herstellerangaben rund 5,5 Liter auf 100 Kilometern. Die beiden ebenfalls erhältlichen V6-Selbstzünder greifen auf 2,7 Liter Hubraum und eine Leistung von140 kW/190 PS beziehungsweise auf 3,0 Liter Hubraum und 176 KW/240 PS zurück. Der kleinere der beiden Sechszylinder ist an ein stufenloses Getriebe mit Frontantrieb gekoppelt, der Drei-Liter-Selbstzünder wird serienmäßig mit Allradantrieb ausgeliefert. Bei den Ottomotoren wählt der Kunde zwischen dem 118 kW/160 PS starken turbogeladenem 1,8-Liter-Benzintriebwerk mit Direkteinspritzung und dem 3,2-Liter-FSI mit 195 kW/265 PS.
Allerlei Spritsparmaßnahmen
Für eine Verbrauchsoptimierung wurde der Luftwiderstandsbeiwert im Vergleich zum Vorgänger um bis zu fünf Prozent auf 0,27 reduziert. Beim Verbrauch drosseln das neue Ventilsteuersystem sowie eine verminderte Reibung und der bedarfsgeregelte Einsatz der Öl- und Wasserpumpe den Durst. Eine Schaltpunktanzeige für alle manuell geschalteten Varianten sorgt für zusätzliche Sprit-Einsparungen. Trotz des großen Wachstums gegenüber dem Vorläufer wiegt die Karosserie zehn Prozent weniger und bringt lediglich 1.410 Kilogramm auf die Waage. Diese verbrauchsreduzierende Gewichtsabnahme verdankt der A4 dem Einsatz von hochfesten Stählen.

