Toyota-Tristesse
Wie es sich anstandshalber gehört, starten wir unseren Fernost-Rundgang mit dem größten Hersteller Toyota. Man munkelt, Toyota hätte früher einmal unter anderem schöne und aufregende Autos gebaut. Die 2011er IAA-Realität zeigt uns das Facelift des Vorzeige-Mittelklasse-Biedermanns Avensis, die Weltpremiere des neuen Yaris und die Erweiterung der Super-Sauber-Family Prius um den Prius Plug-in-Hybrid und den siebensitzigen Prius Plus. Schön ist das alles nicht, aber extrem sauber und bodenständig. Immerhin. Ach ja, der FT-86 II ist natürlich auch in Frankfurt. Natürlich wieder als Studie. Wann baut Toyota diesen Prachtkerl endlich, man hätte es aus sportlicher Sicht bitter nötig. Aber 2012 soll es ja angeblich soweit sein.
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- Der FX Concept zeigt, was mit fetter Spoiler-Beplankung aus dem SUV FX gezaubert werden kann. Natürlich muss das Vettel-Mobil auch unter der Haube glänzen. Der 5-Liter-V8 leistet 420 PS und macht den FX Concept zum schnellsten Infiniti aller Zeiten.
Nobel und weltmeisterlich
Von den öko-geblendeten Toyota-Boys ab zur eigenen Luxus-Tochter Lexus. Die Nobel-Hybridler haben ihre taufrische Mittelklasse-Limo GS im Gepäck. Der optische Auftritt des E-Klasse-Konkurrenten stimmt schon mal, über den Rest entscheidet die in dieser Klasse recht eitle Kundschaft. Lexus will natürlich mit der Kraft der zwei Herzen punkten und schickt den GS unter anderem als 450h mit 343 Hybrid-Ponys ins Rennen. 5,9 Sekunden auf 100, nur 6,3 Liter Normverbrauch – das könnte was werden. Die zweite japanische Edel-Tochter Infiniti sonnt sich unterdessen - in Abwesenheit des Mutterkonzerns Nissan - im Glanz unseres Weltmeisters Sebastian Vettel. Die medienwirksam vom Heppenheimer mitentwickelte und gewohnt sympathisch präsentierte SUV-Studie FX Concept steht auf dem Frankfurter Messeparkett wie ein monumental beflügelter Fels in der Brandung. Natürlich hat der Crossover des Champions auch unter der Haube draufgesattelt. Mit 420 PS ist der FX Concept der schnellste Infiniti aller Zeiten. Weltmeisterlich eben.
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- Honda hat in Frankfurt den neuen Civic am Start. Der Kompakte ist erstmals explizit in Europa für Europa entwickelt und setzt, leicht abgeschwächt, nach wie vor auf den etwas spacigen Look des Vorgängers.
Emission statt Emotion
Von weltmeisterlichem Glanz ist der Rest der Nippon-Connection meilenweit entfernt. Honda zeigt den neuen Civic, der zwar etwas geschliffener daherkommt als sein Vorgänger-Ufo, den Mondfahrt-Look aber dennoch nicht gänzlich ablegen kann. Vom guten alten Honda-Sportsgeist ist leider auch nichts mehr übrig – das Topmodell ist ein 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS. Eine scharfe Type R-Version ist den Tokioter Emissions-Fanatikern mittlerweile wohl zu heikel. Im Zeichen der Sportlichkeit steht der IAA-Auftritt von Suzuki – zumindest ein bisschen. Als einziges wirkliches „Highlight“ muss der neue Swift Sport herhalten. Leider ist die scharfe Studie aus Genf doch arg kastriert worden und ob man gegen die turbobefeuerte Giftzwerg-Konkurrenz mit einem 1,6er Sauger mit 136 PS und labilen 160 Nm Drehmoment bestehen kann, ist ebenfalls fraglich. Zumindest stimmt der Preis: 18.490 Euro.
Crossover-Überdruss
Bei den Ex-Rallyegöttern von Subaru steht unser Lieblings-Flügelmonster WRX STI ziemlich am Rande des Geschehens. Der Fokus liegt auf dem neuen XV, mit dem nun auch der Allrad-Konzern die ebenso florierende wie überflüssige Spezies der Urban Crossovers bedient. Einen „kühnen Blick, der an die Augen eines Habichts erinnert“ attestiert Subaru seinem 4,45 Meter langen Stadtstreicher. Aaaha! Da muss man aber schon ganz genau hinsehen…Mit zwei Benzinern und einem Diesel geht’s ab Anfang 2012 auf die Jagd. Und was gibt es Neues bei Mazda? Überraschung…ein kompaktes Crossover-SUV. CX-5 nennen die Sympathie-Bolzen ihren Feldweg- und Bordstein-Flitzer. Mit der neuen SKYACTIVE-Motorentechnologie und waghalsigen Verdichtungsverhältnissen von 14,0:1 wollen die Japaner den Wirkungsgrad verbessern und massiv Sprit sparen. Mit Front- oder Allradantrieb startet die CX-5-Karriere im Frühjahr 2012.
Koreanische GT-Träume
Vom hinreichend biederen Auftritt der meisten Nippon-Hersteller schlendern wir hinüber zu den rasant aufstrebenden Koreanern. Der Hyundai/Kia-Verbund legt ja derzeit ein Entwicklungstempo vor, dass einem glatt schwindelig wird. Hyundai zeigt in der Banken-Metropole seinen nagelneuen Kompakt-Beitrag i30. Von einer Aura der Schönheit, wie sie manche dem Neuankömmling attestieren, können wir zwar nichts berichten, grundsolide und von der Qualitätsanmutung gerade im Innenraum weiter als so manch alteingesessener Golfklassen-Platzhirsch ist der i30 aber allemal. Respekt. Eine Nummer kleiner ist die eine Hälfte der Kia-Neuheiten ausgefallen. Die unter Designchef Peter Schreyer so stark aufspielende Konzernschwester stellt den Rio als Dreitürer gegen Polo, Corsa und Co. Sein Design wirkt für diese Klasse stimmig, der Einstiegspreis von 9.990 Euro ebenfalls. Unser eigentliches Interesse bei den Kianern gilt aber nicht irgendwelchen Kleinwagen-Kreationen sondern der phänomenal gezeichneten Konzeptstudie namens GT. Das knapp 4,70 Meter lange viertürige Coupé ist ein Augenschmaus par excellence und weckt mit 395 PS-Turbo-V6 und Heckantrieb nur einen Wunsch in uns: Bauen! Sofort! Das wir derartige Äußerungen einmal über einen Kia tätigen würden, hätten wir vor kurzem selbst nicht für möglich gehalten. Der Wind dreht sich und bläst stärker denn je aus Korea.

