Es wurde schon viel berichtet über den britischen Supersportler Arash AF-10. Jetzt gibt es neue Bilder eines sehr weit gediehenen Autos und ein Versprechen für 2011. (Stefan Wagner , 05.09.2010)
Arash? Da war doch was…
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich irgendwann um 2002 – 2003 herum im englischen Sportwagen-Magazin EVO von einem jungen Briten iranischer Abstammung las, dessen Familie in der Pharma-Industrie zu Geld gekommen war und der fest entschlossen war, seinen eigenen Supersportwagen zu bauen. Umso überraschter war ich, als ich jetzt die Bilder des Arash AF-10 zu Gesicht bekam. Arash…Arash… da war doch was? Ja klar: Arash Farboud, der junge Brite mit dem eigenen Supersportwagen. Farboud GT heißt die Flunder, als sie 2003 vorgestellt wird. Zu sehen ist der in Cambridge entwickelte Prototyp unter anderem auf der British Motorshow. Leider sieht das Teil aus wie ein Porsche GT1 und Zuffenhausen gibt dem unerfahrenen Farboud erst einmal ordentlich auf die Nuss. Trotz hinreichender Warnungen und dem Ratschlag, sich einen ordentlicheren Job als Supersportwagenbauer zu suchen, kommt Aufgeben nicht in Frage. Ganz im Gegenteil: Farboud, der verrückte Hund, holt sich einen Designer frisch von der Uni und kreiert den Farboud GTS, einen kompakten Mittelmotor-Supersportler mit einem 2,7-Liter Audi-V6-Biturbo und 440 PS.
Alles muss man selber machen
2004 gründet er Farboud Sports Cars und holt sich Chris Marsh ins Boot, der viele Jahre die Geschicke bei Marcos lenkte, um das Projekt Farboud GTS zur Serienreife zu bringen. Marsh nimmt diverse Änderungen am Auto vor, unter anderem ersetzt er aus Kostengründen die Pushrod-Federung samt Öhlins-Dämpfern und verpflanzt anstatt des Audi-Motors ein von Cosworth getuntes Ford V6-Aggregat. Arash Farboud gefallen die Veränderungen an seinem GTS nicht, das Konzept sei „verwässert“. Er zieht sich aus dem Projekt Farboud GTS zurück und gründet im Jahre 2006 ein neues Unternehmen namens Arash Cars. Im selben Jahr entstehen auch die ersten Skizzen des Arash AF-10. Ellenlange drei Jahre später ist das Chassis des Prototypen im Original-Maßstab fertiggestellt und noch ein gutes Jahr später, nämlich im August 2010, zeigen Fotos aus der Fabrikation in Cambridge ein relativ weit fortgeschrittenes Auto, von dem Farboud behauptet, es gehe 2011 endgültig in Serie.
Leistung im Überfluss vorhanden
Angetrieben wird das optisch irgendwo zwischen Porsche Carrera GT, Ferrari Enzo und Koenigsegg CC angesiedelte Supercar vom Sieben-Liter-V8 aus der Corvette Z06. 558 PS reicht das Treibwerk in einer ersten Ausbaustufe an die Hinterräder weiter. Geschaltet wird per manuellem Sechsganggetriebe von Graziano. Die Italiener lieferten bereits das Getriebe für den Ferrari Enzo. Auf Wunsch wird aber auch die aus dem Pagani Zonda F bekannte sequentielle Sechsgang-Box verbaut. Der Top-Speed liegt laut Arash bei 354 km/h.
Weitere Versionen des AF-10 mit deutlich mehr Leistung sind ebenfalls fest eingeplant. Neben einer Variante mit etwa 800 PS wird vor allem ein 7,2-Liter-Biturbo-V8 mit 1.217 PS und 1.356 Nm für Aufsehen sorgen. Laut Firmenchef Arash Farboud wird es nicht weniger als „ein Formel 1-Auto mit Radio.“ Und das zu einem vergleichbaren Preis: 1,9 Millionen Euro wird der Spaß wohl kosten. Da klingen die knapp 356.000 Euro für den „Einstiegs“AF-10 ja fast wie ein Geschenk. Wir hoffen dennoch, dass was acht Jahre währt, endlich gut wird.