Mattlack ist der letzte Schrei, beim Nobel-Schrauber Anderson Germany sowieso. Nur zu gerne taucht man dort einen Luxus-Boliden nach dem anderen in ein finsteres Schwarz Marke Seidenmatt. Nun ist der Mercedes CL 65 AMG dran. Ist matt-black auch hier beautiful? (Stefan Wagner , 01.09.2010)
Cars & Stars
Denis Anderson und seine Tuningschmiede Anderson Germany aus Düsseldorf kümmern sich nur um die dicken Fische. Lamborghini, Ferrari, Bentley, Benz und Co., viel weniger sollte es bitte nicht sein, damit Anderson Hand anlegt. Die Kundschaft? Die halbe Fußball-Bundesliga (ein Blick auf die Anderson-Website genügt). Bei den kickenden Millionarios spielen Geld und Geschmack schließlich keine Rolle. Ob auch beim neuesten Projekt, einem selbstverständlich mattschwarzen Mercedes CL65 AMG, ein Profi-Fußballer der Auftraggeber ist, wissen wir nicht. Schwindelerregend teuer dürfte das Gesamtkonstrukt aber dennoch sein.
Schwarz, matt, stark
Glücklicherweise wird der dickste Brummer aus Affalterbach nicht foliert, sondern erhält sein seidenmatt glänzendes Schwarz in Form einer Lackierung. Zusätzlich sorgt ein Carbon-Exterieur-Paket aus Frontgrill, Außenspiegeln, Fensterumrandungen, Türgriffen, Heckklappen-Leiste und Lufteinlässen auf der Motorhaube für etwas mehr Sport am statusbehaftetsten aller Schwaben-Coupés. Verändern um des Veränderns Willen heißt es wohl beim schon ab Werk überaus brachialen Sechs-Liter-V12. Wer die 630 Serien-PS für nicht zufriedenstellend hält, bekommt bei Anderson mittels Softwareoptimierung, Sportluftfilter und einer Sportauspuffanlage inklusive Rennkats 670 PS aufgetischt.
Nicht sportlich, riesig!
Für einen verbesserten Fahrbahnkontakt erhält der CL eine elektronische Tieferlegung. Die zugegebenermaßen äußerst delikaten Felgen in Glanzschwarz und Carbon schlagen da mitnichten in die gleiche Kerbe. 9 und 10,5x22 Zoll sind zwar wahrscheinlich am Trainingsgelände von Schalke 04 der Brüller, fahrdynamisch kommen sie jedoch eher dem SuperGAU gleich.
Innen ist Geschmackssache
Dem SuperGAU gleich kommt partiell auch der Innenraum. Nichts gegen die aufwendig im Rautenmuster gesattelten Sessel und das Lenkrad, aber das rötlich-braune Leder beißt sich schon arg mit dem braunen Alcantara. Gott sei Dank ist der Kunde bei Anderson Germany selbst für seine Auswahl verantwortlich und kann sich aus einem schier unerschöpflichen Repertoire an Ledern, Hölzern oder Carbon-Oberflächen bedienen.
Luxus läuft
Was soll man nun von Umbauten wie dem Anderson CL65 AMG Black Edition halten, die sich ja scheinbar einer rasant wachsenden Beliebtheit erfreuen? Wäre man gemein, würde man sagen: Was der Lude früher durch den Kiez bewegte, fahren Profi-Sportler heute zum Training, oder B-Promis in ihrer Reality-Doku. Handwerklich gibt es dagegen rein gar nichts auszusetzten, und solange das Geschäft mit den getunten Luxus-Karossen boomt, halten wir ganz einfach mal die Klappe.
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