Paris ist immer eine Reise wert. Das gilt derzeit besonders für Alpine-Fans: Noch bis 16. März erinnert eine Ausstellung im Atelier Renault auf den Champs-Elysées an die legendäre Sportwagenmarke. (T. Harloff , 01.01.2009)
Unter dem Motto „Passion Alpine“ zeigt das Atelier Renault auf den Pariser Champs-Elysées noch bis zum 16. März eine Ausstellung mit Fahrzeugen von Alpine. Die zum Teil sehr seltenen Exponate stammen aus der Renault-Abteilung „Histoire & Collection” und verschiedenen privaten Sammlungen. Zu sehen sind die Höhepunkte des Sportwagen-Programms wie A110 und A310 sowie Rennfahrzeuge vom Formel-2-Boliden bis zum Sportprototypen. Das Unternehmen erwartet insgesamt rund 350.000 Besucher.
Mit der Sonderschau ehrt der der französische Automobilhersteller das Lebenswerk des 2007 im Alter von 85 Jahren verstorbenen Jean Rédélé. Der 1922 geborene Sohn eines Renault-Händlers aus Dieppe übernimmt 1946 Frankreichs die väterliche Werkstatt, in der er schon bald Renault-Serienfahrzeuge für den Rallye-Einsatz präpariert. Neben seiner Arbeit als Tuner greift Rédélé ab den Fünfziger Jahren immer öfter selbst ins Renngeschehen ein; als Sportgerät dient ihm ein Renault 4 CV. 1952 gelingt ihm mit dem „Cremeschnittchen” bei der Mille Miglia in Italien ein Klassensieg, 1954 gewinnt er die Coupe des Alpes. Ein Jahr später präsentiert Rédélé sein erstes eigenes Auto, das auf dem Renault 4 CV basiert. In Erinnerung an seinen Sieg in den Alpen nennt er das kleine und leichte Sportcoupé mit leistungsgesteigertem Heckmotor „Alpine” Typ A106.1961 erscheint das berühmteste Automobil in der Geschichte des Werks aus Dieppe: die Alpine A110, die ab 1965 auch beim Renault-Händler bestellt werden kann. In den frühen Siebziger Jahren macht die „Flunder“ mit der für Alpine charakteristischen Karosserie aus Glasfaser-Kunststoff als Rallye-Fahrzeug von sich reden. Unter anderem gewinnt die A110 in den Jahren 1971 und 1973 die Rallye Monte Carlo und holt 1973 als erstes Fahrzeug die neu gegründete Markenweltmeisterschaft. Und auch auf der Rundstrecke sind die Boliden aus Dieppe erfolgreich unterwegs; vor allem bei den 24 Stunden von Le Mans sorgen die Wagen von Jean Rédélé für Furore. 1963 starten die Renner erstmals beim Langstreckenklassiker an der Sarthe. Nach Klassensiegen 1964 und 1965 folgt 1978 der ganz große Triumph: Gesamtsieg in Le Mans. Jean-Pierre Jaussaud und Didier Pironi lassen in einer Alpine A442 alle Konkurrenten hinter sich.Bereits 1973 übernimmt Renault die Aktienmehrheit von Alpine. Rédélé bleibt Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Zu diesem Zeitpunkt ist die Nachfolgerin der A110, die Alpine A310, bereits zwei Jahre auf dem Markt. Da die Produktion der A110 aber bis 1977 weiterläuft, expandiert die Firma und errichtet in Dieppe ein neues Werk. Dort entstehen bis 1995 - nun komplett unter der Regie von Renault, das seit 1978 die gesamten Anteile an Alpine hält - die weiteren Alpine-Modelle GTA und A610. Heute produzieren die Franzosen in den „heiligen Hallen“ die Sportmodelle des Clio und Mégane. Ab 2010 soll mit einem neuen dynamischen Zweitürer, der als Coupé und Roadster kommen könnte, auch die Bezeichnung „Alpine“ reaktiviert werden.