Der Grundstein
Cadillac gehört zu den großen amerikanischen Automobilmarken. Obwohl am 22. August 1902 von Henry Martyn Leland unabhängig gegründet, gehört Cadillac seit 1909 zum General Motors-Konzern. Der Name der Marke geht auf Antoine Laumet de la Mothe, Sieur de Cadillac, zurück – er gründete 1701 die Stadt Detroit, in der die Big Three General Motors, Ford und Chrysler, ansässig sind. Bekannt und legendär ist Cadillac besonders für seine 16 Zylinder-Motoren aus den 1930er und 1940er Jahren.
-
- Mark LaNeve, Cadillac General Manager, links im Bild, und Paul Ayres bewundern Ayres' 1913 Cadillac Model 30 before in Meadowbrook Hall in Rochester, Michigan.
Vorkriegszeit
Durch den Einsatz von ein und demselben Bauteil in verschiedenen Modellen legt Cadillac bereits im ersten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts den Grundstein zur automobilen Massenproduktion. Das Model 30 ist Cadillacs erstes Produktionsfahrzeug, welches mit elektrischen Anlasser, Zündung und Beleuchtung ausgerüstet ist. 1915 ist der V-Type mit einem wassergekühlten Achtzylinder der erste Cadillac, der in Großserienfertigung gebaut wird. In den Roaring Twenties bekommt Design eine völlig neue Bedeutung. 1927 ist der Cadillac LaSalle das erste amerikanische Auto, welches von einem Designer und nicht von einem Ingenieur entworfen wird. Auf dem Höhepunkt der Depression in den 1930er Jahren bringt die Luxusmarke den weltweit ersten 16-Zylinder-Motor in einem PKW auf den Markt. Der V16 avanciert zu einer der ersten automobilen Ikonen von Cadillac. Harley Earl, einer der bedeutendsten Cadillac-Designer, veränderte mit der Heckflosse, die einem Lockheed P-38 Kampfflugzeug nachempfunden ist, nicht nur das Design einer Marke, sondern das gesamte Automobildesign für annähernd 20 Jahre.Sie erreichen ihre maximale Größe beim Cadillac Eldorado Convertible.
Nachkriegsjahre und frühe Innovationen
In den 1950ern schwimmt Cadillac mitten auf der Welle des Nachkriegs-Booms. Die Luxusmarke von GM produziert mehr als 100.000 Fahrzeuge im Jahr – das sind fast doppelt so viele wie in den Vorkriegsjahren. Auch im Rennsport verzeichnen die V8-Cadillacs Erfolge. Bei den 24 Stunden von Le Mans kommen die Amerikaner 1951 als Dritte, Zehnte und Elfte ins Ziel. Doch neben Risiko zählt auch Sicherheit. Cadillac wird der erste Hersteller, der seine gesamte Modellpalette mit Servolenkung ausrüstet. In den 1960ern setzt die Marke weiterhin neue Meilensteine in punkto Sicherheit und Komfort. Ab 1963 bietet Cadillac Sicherheitsgurte an. Ein Jahr später werden diese in den USA gesetzlich zur Pflicht. In der zweiten Hälfte der 60er Jahre kommen automatische Beleuchtung, Klimaautomatik, Sitzheizung und geschwindigkeitsabhängige Servolenkung dazu.Die 1970er begrüßt Cadillac mit seinem riesigen 8,2 Liter-Eldorado mit 400 PS. An seine Hinterachse leitet der V8 das höchste Drehmomentn das seinerzeit in allen PKWs zur Verfügung steht. 1974 kommt die Luxusmarke gleich mit zwei zukunftsweisenden Innovationen: zum einen mit dem Air Bag und zum anderen mit dem Katalysator, der die Emissionen minimieren soll. Ein Jahr später erweist sich Cadillac als erster US-Hersteller, der die elektronische Benzineinspritzung anbietet. Der Innovationstrend setzt sich fort: 1978 ist der Seville gar das erste Fahrzeug mit einem Bordcomputer und digitalem Display. Im kommenden Jahrzehnt geht es zukunftsweisend weiter: Computertechnologie wird vermehrt ins Auto übertragen. Bordcomputer steuern mittlerweile die Zündung und zeichnen Fehler in auslesbaren Speichern auf.
-
- 2009 setzt der CTS-V neue Maßstäbe als schnellste V8-Limousine der Welt. Er brennt eine 7:59:32 in den Nürburgring-Asphalt.
Von den 90ern bis heute
GM`s Luxus-Sparte begrüßt die 1990er mit dem ersten elektronischen Traction Control System für Frontriebler in den USA. Im 1990er Cadillac Allante gehört es sogar zur Basisausstattung. Im Laufe des Jahrzehnts legt Cadillac seinen Fokus vermehrt auf eine internationale Ausrichtung. Zum globalen Erfolg soll der Seville Touring Sedan beitragen. Mit Traction Control und Anti-Blockier-System wird die Limousine in mehr als 40 Länder exportiert. 1999, gegen Ende des Jahrtausends, bringt Cadillac mit dem Escalade nocheinen gigantischen SUV-Kracher, der neun Jahre später sogar als Hybrid auf den Markt kommt. 2009 setzt der CTS-V neue Maßstäbe als schnellste V8-Limousine der Welt. Er brennt eine 7:59:32 in den Nürburgring-Asphalt. Auch wenn die Grüne Hölle Maßstab aller Dinge ist, fristet Cadillac in Europa ein Nischendasein. In den 1990er zieht sich die Marke aus Europa zurück. Der Seville verbleibt als einziges Modell für Europa. 2003 übernimmt das niederländische Unternehmen Kroymans den Vertrieb. Mit der Finanzkrise und der Insolvenz von Kroyman kommt jedoch der Cadillac-Import völlig zum Erliegen. Nach einer Neuaufstellung ist Cadillac nun wieder in Europa vertreten. Auch für den heimischen Markt haben die Detroiter etwas mitgenommen. Denn in den USA bieten sie nun auch Dieselmodelle an.

