Motorvision-Adventskalender

Adventskalender – 22. Türchen

24 Tage bis zum Fest, 24 große Automarken in unserem Motorvision-Adventskalender. Jeden Tag bis zum Heiligen Abend beleuchten wir die Geschichte eines Autokonzerns mit historischen Wendepunkten in der Firmenpolitik und den wichtigsten Modellen. Hinter dem 21. Türchen unseres Adventskalenders verbirgt sich die Geschichte eines wahren japanischen Sumoringers der Schwergewichtsklasse. ( , 22.12.2011)

Japanischer Sumoringer

Die Toyota Motor Corporation ist ein wahrer Riese. Das multinationale Unternehmen mit Sitz in Toyota, Japan, kämpft mit General Motors fast jährlich um den Platz des weltweit größten Automobilherstellers. 2008 nimmt Toyota mit 8,9 Millionen produzierten Fahrzeugen diesen Titel General Motors das erste Mal ab. Der Toyota-Konzern hat 522 Tochterunternehmen mit insgesamt 320.808 Mitarbeitern. Er produziert an 63 Standorten in 26 Ländern. 2007 wird das Unternehmen mit dem höchsten Börsenwert aller Automobilhersteller eingestuft. Der „Fortune Global 500“ stuft Toyota 2008 als das fünft größte Unternehmen der Welt ein. Das alles führt dazu, dass der japanische Riese mit einem Marktwert von 58 Milliarden US-Dollar zur wertvollsten Automarke der Welt geworden ist. Die Mutterfirma Toyota konzentriert sich nicht ausschließlich auf Autos. Weitere Produkte, die der Konzern selbst herstellt, sind unter anderem Fertighäuser, Boote oder elektronische Geräte. 2005 ist Toyota beispielweise im Besitz des zweitgrößten Mobilfunknetzes Japans.

Toyota AA
Produktionsstart des AA, des ersten Toyota-Modells, ist 1935. Zwei Jahre später gründet Toyoda die Toyota Motor Corporation. Der A-Serie folgt 1947 das Nachkriegsmodell SA.

Firmengründung und Erfolgsrezept

Die Wurzeln des Weltkonzerns gehen auf einen einzigen Mann zurück: KiichiroToyoda. Nach einem Maschinenbaustudium beginnt er seine Laufbahn damit, automatisierte Webstühle zu entwickeln. Wegen der wachsenden Bedeutung der Automobilindustrie verkauft er 1929 seine Patentrechte an der automatisierten Webmaschine nach England. Den Erlös von 100.000 britischen Pfund verwendet er als Startkapital um selbst Autos zu bauen. Produktionsstart des AA, des ersten Toyota-Modells, ist 1935. Zwei Jahre später gründet Toyoda die Toyota Motor Corporation. Der A-Serie folgt 1947 das Nachkriegsmodell SA. Es ist der erste Vertreter einer ganz neuen Fahrzeugfamilie, die Vorläufer der Toyota Crown-Serie ist. Den kontinuierlichen Erfolg schuldet das Unternehmen vor allem der ständigen Verbesserung der organisatorischen Abläufe unter Einbeziehung der Belegschaft. Die amerikanische Automobilindustrie unterschätzt bis in die 1960er Jahre die Konkurrenz aus Asien völlig. Die Ölkrise öffnet ihnen zu Beginn der 1970er Jahre endgültig die Augen. Die Japaner bedienen gänzlich die nun steigende Nachfrage nach kleinen kraftstoffsparenden Autos. Mit hohen Qualitätsstandards und ebenso hohen Produktivitätsraten kann Toyota seine Fahrzeuge in den USA preisgünstig anbieten.

Lexus LS
Die Lexus LS-Modellreihe ist die Flaggschiff-Serie von Lexus und Innovationsträger für neue Automobiltechnologien im Bereich Antrieb, Sicherheit und Komfort.

Internationaler Einfluss

In den 1980er Jahren beginnen europäische und amerikanische Hersteller sich die Produktionsmethoden von Toyota anzueignen. Werte wie Qualität, Zuverlässigkeit, Werterhalt und Kundenzufriedenheit gewinnen immer mehr an Bedeutung. 1970 bringt Toyota seine Autos auf den deutschen Markt.2004 beträgt der Marktanteil 3,9 Prozent, in ganz Europa fünf Prozent, weltweit mehr als zwölf Prozent. 1989 führt Toyota auf dem amerikanischen und europäischen Markt die Edelmarke Lexus ein. Besonders in den USA ist sie ein großer Erfolg und avanciert zur meistverkauften Luxusautomarke Amerikas.

Toyota Corolla WRC
Der Toyota Corolla, das meistverkaufte Auto der Welt, ist auch im Rennsport auf Erfolgskurs.

Bahnbrechende Modelle

Zu den bedeutendsten Modellen der Toyota-Geschichte gehört allen voran die Corolla-Beureihe. Seit 1966 in zehn Generationen produziert, ist der Corolla das meistverkaufte Auto der Welt. Aber Toyota kann nicht nur Brot-und-Butter-Autos wie den Starlet oder den Avensis bauen. Die Japaner besinnen sich ebenfalls auf emotionale Sportmodelle wie den 2000 GT, den MR2 und den Supra. Mehr sportliches Coupé als echter Sportwagen ist die Celica. Sie wird von 1970 bis 2005 in sieben Generationen gebaut. 2012 soll das Modell mit dem GT-86 einen Nachfolger bekommen. Trotz aller Sportlichkeit ist Toyota Vorreiter in der Hybridtechnologie. Der Prius ist 1997 das erste Großserienmodell mit Hybridmotor.

Rückrufaktion und Krise

Im Januar 2010 ist Toyota zu einer immensen Rückrufaktion gezwungen. Wegen klemmender Gaspedale und Bremsproblemen ruft Toyota 2,3 Millionen Fahrzeuge in den USA und 1,8 Millionen Fahrzeuge in Europa zurück. Die Folgen sind Kosten für Ersatzteile im Wert von rund 150 Millionen Euro und eine Klagewelle von Angehörigen der 34 Todesopfer aus Verkehrsunfällen mit Toyota-Modellen in den USA. Obwohl eine Untersuchung der NASA nur einen einzigen der Unfälle tatsächlich auf ein klemmendes Gaspedal zurückführen kann, bedeutet die Angelegenheit einen enormen Imageschaden für den japanischen Großserienhersteller. 2011 kommt es noch schlimmer. Wegen der Tsunami-Katastrophe und dem starken Yen muss Toyota seine Gewinnprognose stark nach unten korrigieren. Auch aufgrund der Thailand-Flut fährt der japanische Großkonzern Verluste ein. Dies dürfte ihn auf der Weltrangliste der größten Automobilhersteller auf Platz drei hinter General Motors und Volkswagen zurückdrängen. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich Toyota 2012 vor allem mittels neuer Modelle wieder erholen wird. Um die Weltspitze dürfte der asiatische Riese frühestens 2013 wieder mitkämpfen können.

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