Adrian Sutil: der etwas andere Formel 1-Fahrer
Adrian Sutil ist ein untypischer Formel 1-Pilot. Wenn er nicht im Rennauto unterwegs ist, spielt er am liebsten Klavier – und das so gut, dass die Leidenschaft fast zum Beruf geworden wäre. Fast logisch, dass Sutil neben den aktuellen Charts auch klassische Musik, am liebsten von Mozart, als Lieblings-Musik angibt. Zudem ist Sutil smart, gibt sich wortgewandt und selbstbewusst, jedoch immer auch analytisch und selbstkritisch, wenn nötig. So ungewöhnlich wie die Person Adrian Sutil ist auch sein Werdegang als Rennfahrer.
Spätstarter im Kartsport
Erst im Alter von 13 Jahren beginnt Sutil mit dem Kartsport – da haben die meisten seiner Konkurrenten schon ein halbes Jahrzehnt Erfahrung in den kleinen Rennern gesammelt. Doch Sutil lernt schnell, wechselt nach nur sechs Jahren in den Formelsport. Zwar gehört er als 19-jähriger auch dort eher zum alten Eisen, feiert aber auf Anhieb Erfolge. 2002 gewinnt er überlegen die Schweizer Formel Ford-Serie, wechselt dann in die Formel BMW. 2005 folgt der Durchbruch: In der Formel 3 Euroserie wird er Vizemeister, nur geschlagen von einem gewissen Lewis Hamilton. Sein damaliger Teamkollege wird sein bester Freund.
Sutil und Hamilton: Beste Freunde, unterschiedliche Karrieren
2006 trennen sich die Wege von Sutil und Hamilton. Während der Deutsche die japanische Formel Nippon-Meisterschaft mit dem Titel abschließt, gewinnt Hamilton überlegen die GP2-Serie. 2007 sehen sie sich in der Formel 1 wieder – auf der Strecke aber fast ausschließlich beim Überrunden. Während Hamilton schon im ersten Jahr im Topauto von McLaren-Mercedes fährt, muss sich Sutil im unterlegenen Spyker verdingen. Seine Teamkollegen Christijan Albers und Sakon Yamamoto hat er dabei stets im Griff, Sutil holt sogar einen WM-Zähler beim Regenrennen in Japan. Schnell manifestiert sich der Ruf als exzellenter Regenfahrer, wegen vieler unnötiger Rennunfälle ist Sutil aber auch Bruchpilot verschrien.
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- Adrian Sutil ist bereit für ein Cockpit bei einem Top-Team. Diese Möglichkeit hat sich vor der Saison 2011 nicht ergeben, weshalb Sutil noch mindestens ein Jahr bei Force India bleibt.
2009: Sutil und Force India machen den Schritt ins Licht
2008 ändert sich wenig an der Situation, Adrian Sutil kann sich wieder nur gegen den eigenen Teamkollegen beweisen – sein Force India genügt höheren Ansprüchen einfach nicht. Entgegen den Erwartungen kann er sich gegen den weitaus erfahreneren und mit drei Grand Prix-Siegen dekorierten Giancarlo Fisichella behaupten. Ein Highlight folgt beim Grand Prix in Monaco: Sutil liegt in dem chaotischen Regenrennen plötzlich auf Platz vier, bevor er vom Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen vor der Hafen-Schikane abgeschossen wird. Auch zu Beginn der Saison 2009 scheint es zu sein wie immer: Der Force India-Bolide gurkt trotz Mercedes-Power am Ende des Feldes herum, doch Sutil sieht gegenüber Fisichella gut aus. Dann folgen starke Rennen auf den Highspeed-Kursen in Spa-Francorchamps und Monza, Sutil scheint bereit für den Sprung in die Elite.
Sutil - der Alleinunterhalter bei Force India
In der folgenden Saison macht das Team einen Schritt nach vorne. Zwar bleiben einzelne Highlights wie in der Vorsaison aus, allerdings kann die Truppe ihre Punkte-Ausbeute von 13 auf 68 verbessern. In der Konstrukteurs-WM verbessert sich das indisch-britische Team von Platz neun auf Rang sieben. Der Aufschwung ist vor allem Sutils Verdienst: Er sammelt allein 47 WM-Zähler, holt stets das Optimum aus seinem Auto heraus und minimiert die eigenen Fehler. Aus dem ehemaligen Bruchpiloten ist ein ebenso schneller wie konstanter Formel 1-Pilot geworden, der bereit ist für ein Cockpit bei einem Top-Team. Diese Möglichkeit hat sich vor der Saison 2011 nicht ergeben, weshalb Sutil noch mindestens ein Jahr bei Force India bleibt.

