ADAC Sommerreifentest 2010: Bei Billigreifen fährt das Risiko mit

In schwierigen Zeiten sitzt das Geld nicht mehr locker. Das gilt auch beim Reifenkauf. Viele Verbraucher würden deshalb auf billige Sommerreifen aus Fernost umsteigen. Doch wer 20 Euro sparen will, erkauft sich das mit akuten Sicherheitsmängeln, die der ADAC-Sommerreifentest 2010 beweist. ( , 16.03.2010)

Knausern kann gefährlich werden

Wer beim Reifenkauf zu sehr auf den Geldbeutel schaut und sich deshalb für fernöstliche Billigreifen entscheidet, riskiert im Ernstfall auf nasser Straße einen um 70 Prozent längeren Bremsweg und erhöht damit sein Unfallrisiko deutlich. Dies ist das wichtigste Ergebnis des diesjährigen ADAC-Reifentests, bei dem 36 Reifen in zwei Dimensionen untersucht wurden. Dabei landeten die Billigangebote der Hersteller Interstate, Goodride, Sava, Wanli, Nankang und Sunny wegen sicherheitsrelevanter Schwächen durchweg im Bereich „nicht empfehlenswert“. Dass es auch anders geht, beweisen zehn „besonders empfehlenswerte“ Reifen. Auch die 16 „empfehlenswerten“ Pneus stellen noch eine gute Wahl dar. Der Rest: Drei „bedingt empfehlenswerte“ und sieben „nicht empfehlenswerte“ Produkte bekommen die Abwertung meist wegen schlechter Noten auf Nässe oder weil sie gar im Schnelllauftest versagten.

ADAC Sommerreifentest 2010 - Größe 225/45 R 17
Bei den Sommerreifentest des ADAC in der Größe 225/45 R 17 schneidet der Pirelli Cinturato P7 am besten ab. Drei Sterne bedeuten "besonders empfehlenswert".

Doppelsieg für Pirelli

Testsieger im Format 185/65 R 15 H wurde der Pirelli Cinturato P6, ein sehr ausgewogener Reifen mit Bestnote auf nasser Fahrbahn und relativ geringem Verschleiß. Positiv zu erwähnen in dieser Dimension sind auch der Nokian H, der Continental PremiumContact 2, der Dunlop SP Fast Response sowie der Uniroyal RainExpert. Bei den breiteren Schlappen der Größe 225/45 R 17 W/Y hat ebenfalls der Pirelli Cinturato, hier mit der Bezeichnung P7, die Nase vorn. Nur wenig nach stehen ihm die Modelle Dunlop SP Maxx TT, der Conti SportContact 3, der Michelin Pilot Sport 3 und der Bridgestone Potenza RE050 A.

Wechsel von Winter- auf Sommerreifen
Wer sich beim Reifenkauf für fernöstliche Billigreifen entscheidet, riskiert im Ernstfall einen längeren Bremsweg und erhöht damit sein Unfallrisiko deutlich. Das hat der ADAC Sommerreifentest 2010 ergeben.

Zielkonflikte bei Spritsparreifen

Bestleistungen im Kraftstoffverbrauch und Verschleißverhalten stehen in der Regel im Zielkonflikt zum Verhalten auf nasser Straße. Bestes Beispiel dafür ist der Interstate IST-1 M+S mit Bestnoten bei der Haltbarkeit und beim Rollwiderstand. Sein mangelhafter Nässewert führt zur Abwertung der ADAC-Empfehlung auf „nicht empfehlenswert“. Ebenso verpasst der sehr kraftstoffsparende und verschleißarme Michelin Energy Saver wegen etwas schwächerer Nasswerte das Prädikat „besonders empfehlenswert“. Um also einen Spitzenplatz im ADAC-Reifentest zu erhalten, kommt es darauf an, in möglichst allen Testdisziplinen gute Werte zu zeigen und in keiner einzigen schwach abzuschneiden.

Preise vergleichen und Geld, nicht aber an Sicherheit sparen

Der Sommerreifentest, den der ADAC zusammen mit der Stiftung Warentest durchgeführt hat, zeigt einmal mehr, dass sich beim Reifenkauf ein Preisvergleich lohnt. Reifen & Felgen lassen sich am besten bei reifen.com vergleichen. Preisspannen bis zu 70 Prozent (Vredestein Ultrac Cento) hat der ADAC ermittelt.

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