Dreht sich die Disc erstmal im Laufwerk, begrüßen übersichtliche, aber wenig ansprechend gestaltete Menüs den geneigten Bleifuß-Gamer. Im Offline-Modus stehen die üblichen Rennoptionen zur Wahl: Training, schnelles Rennen, Rennwochenende, Meisterschaft und die sogenannten Superstars-Lizenzen. Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich unterschiedliche Challenges, beispielsweise Zeitfahren oder Renn-Szenarios. Die Tastenbelegung des Steuergerätes lässt sich ganz auf die Wünsche des Spielers ausrichten. Vier Schwierigkeitsgrade stehen zur Wahl: Leicht, Mittel, Schwer und Legende. Eingesetzte Fahrhilfen sowie Realismus-Settings wie Reifenabnutzung oder Strafen lassen sich unabhängig vom Schwierigkeitsgrad an- oder abschalten.
Vom technischen Standpunkt aus betrachtet, zeigt sich Superstars V8 Racing nicht nur von der Schokoladenseite. Das Renngeschehen läuft zwar sowohl im Online- wie auch im Offline-Modus stets flüssig ab und die lizensierten Fahrzeuge gleichen ihren realen Vorbildern bis auf den letzten Sponsoren-Sticker. Leider geben aber – wie so oft in diesem Genre – die Umgebungsdetails Anlass zur Kritik: Pixelige Streckenbepflanzung, flache Zuschauerkulissen und der verwaschene Himmel samt kantiger Wolken werden einem High Definition-Spielerlebnis nicht gerecht. Negativ fällt außerdem die Musik- und Geräuschuntermalung auf: Der Soundtrack scheint aus lediglich zwei verschiedenen Musikstücken zu bestehen, Sprachausgabe gibt es nicht. Eine Cockpit-Perspektive sucht man ebenso vergebens, stattdessen stehen neben der klassischen Verfolgerperspektive eine Motorhauben- und Stoßstangen-Kamera zur Verfügung. Die Motorensounds können sich dafür aber mehr als hören lassen: Authentisches V8-Geblubber erfüllt die Atmosphäre, sobald der Startbefehl erteilt ist. Auch das vermittelte Fahrgefühl verdient ausschließlich Lob: Kein Fahrzeug fährt sich wie das andere. Naturgemäß hat man bei regennasser Strecke einen allradgetriebenen RS4 besser unter Kontrolle als einen M3, der bei etwas zuviel Gas postwendend vom eigenen Heck überholt wird. Dafür lassen sich die Hecktriebler aber bei entsprechenden Wetterverhältnissen wunderbar quer über die Tracks prügeln. Superstars V8 Racing versteht sich als Renn-Simulation. Folglich lassen sich die Fahrzeuge auch auf diversen Gebieten feintunen, sei es die Dämpfercharakteristik oder Aerodynamik. Sinnvoll einsetzbar sind diese Settings allerdings erst bei höheren Schwierigkeitsgraden. Anfänger wie Arcade-Racer sind mit den Standard-Einstellungen voll zufrieden. Die fahrerische Intelligenz der Gegner wurde durchweg zufriedenstellend umgesetzt: So entstehen in den höheren Schwierigkeitsgraden packende Duelle, riskante Überholmanöver und Foto-Finishes. Beulen, Kratzer und Lackpartikel haben es aber leider nicht ins Spiel geschafft, lediglich die Spaltmaße der Spoilerstoßstangen verändern sich bei Kollisionen geringfügig. Mit Superstars V8 Racing bietet Publisher Codemasters kurzweiliges Renn-Vergnügen, das jeder Gummiabrieb-affine Gamer in Augenschein nehmen sollte. Trotz einiger grafischer Schwächen bietet Superstars V8 Racing technisch soliden und packenden Rennspaß mit einer Prise Exotenstatus.

