Mit seinem neuesten Werbespot würdigt Audi nicht nur seinen neuen Straßenrenner R8, sondern auch die eigene Motorsport-Historie. (D. Maier , 01.01.2009)
Wenn eine 100-köpfige Crew, 1.050 Komparsen und drei LKW-Ladungen voll mit Kostümen, Perücken und Accessoires in Mexiko zum Dreh zusammenkommen, dann kann es sich eigentlich nur um eine Hollywood-Produktion handeln. Doch weit gefehlt: Diesen Aufwand betreibt Audis Werbeabteilung, um den neuen Hochleistungs-Sportler R8 in einem 60-Sekunden-Spot angemessen in Szene zu setzen. Auch die Tatsache, dass mit Ian Foster ein Hollywood-erfahrener Kameramann und mit Lynn Fox (Patrick Chen, Bastian Glassner und Christian McKenzie) ein besonders aus Musikvideo-Produktionen bekanntes Regie-Trio für den Film verantwortlich gewesen sind, verdeutlicht: Die Ingolstädter haben bei der Umsetzung des Spots keine Kosten und Mühen gescheut, um den R8 ins rechte Licht zu rücken.
Der R8 auf dem ersten Startplatz
Zur Story: Die Geschichte des TV-Spots beginnt auf einer Rennstrecke in den 30er Jahren. Abseits der Piste werden Rennwagen für ihren Einsatz präpariert. Fotografen und Reporter scharen sich um die Zaungäste des Spektakels, bis plötzlich der Audi R8 durch die Szene fährt. Ähnlich aufgebaut sind die Auftritte des neuen Sportwagens im Umfeld der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre, bis schließlich der R8 in einem modernen und vollbesetzten Autodrom auf den ersten Startplatz rollt. Bis dahin hat ein Sprecher die technischen Meilensteine, die Audi in diesem Zeitraum gesetzt hat, aufgelistet. Dann wird die Startampel der Rennstrecke eingeblendet, und der Sprecher sagt: „70 Jahre Vorbereitung - für diesen einen Start.“ Die Ampel erlischt, und der Audi R8 fährt davon. Dann folgt der Leitsatz: „Der Audi R8 – Gebaut aus unseren stärksten Ideen.“Zwei dieser Ideen sind bereits in den 30er Jahren bei den legendären Auto Union-Silberpfeilen umgesetzt worden: Aluminium-Leichtbau und die Mittelmotor- Anordnung. Im Film spielt der Nachbau eines Auto Union Typ C aus dem Jahr 1937 eine wichtige Nebenrolle. Genau wie beim Boliden von einst befindet sich das R8-Triebwerk zwischen Cockpit und Hinterachse, allerdings hat es nur halb so viele Zylinder zu bieten: Acht statt 16. Auch die Manieren unterscheiden sich grundlegend: Während der Mittelmotor-Pionier aus den 30er Jahren für seine schwere Beherrschbarkeit berühmt-berüchtigt war und selbst anerkannte Könner wie Bernd Rosemeyer, Hans Stuck oder Tazio Nuvolari regelmäßig zum Zaubern herausforderte, gibt sich das Fahrverhalten des R8 lammfromm.
Die Revolution im Rallye- und Tourenwagensport
Das liegt an einer Technologie, mit der Audi in den 80er Jahren den Rallyesport revolutioniert: dem Quattro-Antrieb. Mit den Quattros sind die Ingolstädter in der ersten Hälfte dieser Dekade das Maß der Dinge im Rallyesport und zeigen den meist heckgetriebenen Konkurrenten regelmäßig die Rücklichter. 1982 erringt Audi den Markentitel, ein Jahr später feiert Hannu Mikkola die Fahrer-Weltmeisterschaft. In den 90er Jahren geht die Quattro-Erfolgsstory im Tourenwagensport weiter. Zwei DTM-Fahrertitel (Hans-Joachim Stuck 1990, Frank Biela 1991) und zahlreiche Meisterschaften in nationalen Rennserien zeigen, wie überlegen der Quattro-Antrieb auch auf befestigten Wegen ist.Mit dem Renn-Prototypen, der genau wie der neue Sportwagen „R8“ getauft wird, bringt Audi zur Jahrtausendwende die Benzin-Direkteinspritzer- Technologie (FSI) im Motorsport an den Start. Fünf R8-Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans, drei davon als Dreifach-Triumph, und die totale Dominanz in der „American Le Mans Series“ ALMS zeugen von der Überlegenheit des Boliden im Langstreckensport. Inzwischen arbeitet fast jeder Audi-Benzinmotor nach dem FSI-Prinzip. So auch der Audi R8, dessen V8-Benzin-Direkteinspritzer 420 PS leistet.Der Audi-Spot „Warm up“ feiert über Ostern seine Premiere im deutschen Fernsehen. 70 Jahre in 60 Sekunden – auf das Ergebnis darf man gespannt sein.