Als Antwort auf den westdeutschen VW Käfer sollte die Eigenentwicklung die DDR-Massen bewegen und begeistern. Da ausreichende Mengen Tiefziehblech nicht zur Verfügung standen, erhielt der Trabbi auf Wunsch des Politbüros ein Kleid aus baumwollverstärktem Phenoplast. Für den Antrieb sorgt ein luftgekühlter Zweitaktmotor mit zwei Zylindern. Das bekannteste und meistgebaute Trabbi-Modell ist der seit 1964 produzierte Typ 601 mit 19 KW/ 26 PS. Sechs Grundvarianten wurden angeboten. Neben der Standard-Limousine und dem Kombi gab es den Trabant "S" und den Trabant "de Luxe", in denen technische Neuerungen zuerst eingeführt worden sind. Die Luxusversaion unterschied sich zudem durch einer verchromten Stoßstange von anderen Trabbis.
Auch wenn der Plastik-Pkw heute gern belächelt wird, bei Produktionsbeginn erfüllte er alle Anforderungen an ein Auto: Er transportiert vier bis fünf Personen plus Gepäck, war billig herzustellen und leicht zu reparieren. Doch aus Geldmangel wurde das Fahrzeug ab 1964 kaum mehr weiterentwickelt und verpasste so schnell den Anschluss an die West-Produkte. Erst ab 1967 gab es eine elektrische Scheibenwaschanlage, die Tankanzeige wurde erst 1984 eingeführt. Trotzdem war der Trabbi mangels Alternativen immer sehr gefragt und schwer zu bekommen. Interessenten standen teilweise jahrelang auf der Warteliste, gebrauchte Fahrzeuge konnten noch nach Jahren zum Neupreis weiterverkauft werden.Auf der diesjährigen IAA lebte der Trabbi-Kult wieder auf. Die Modellbauer von Herpa planen für 2009 eine fahrbare Neuauflage des Kleinwagens in aufgefrischtem Design. Technik und Motor sollen bei einem großen Automobilhersteller eingekauft werden. Und mit dem Inhaber der Rechte am Namen "Trabant", der Agentur Intertrab.com, ist man sich nach Unternehmensangaben auch schon einig.

