Seit 1903 stellte Harley-Davidson erfolgreich Einzylinder her. Doch der Single ließ seinen geistigen Vater Bill Harley nicht ruhen. Auf der Suche nach mehr Leistung ersann er einen großvolumigen V-Zweizylinder mit zwei Pleueln auf einem Hubzapfen.
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- Insgesamt fünf Mio. V-Twins haben seither die heiligen Werkshallen in Milwaukee verlassen. Und es werden viele weitere hinzukommen, denn Harley-Davidson hält natürlich am V2 fest
Erster V2 mit sieben PS für 70 km/h
Am 15. Februar 1909 war es soweit: Harley-Davidson lieferte seine ersten Twins aus. Sieben PS leistete das 810 Kubikzentimeter große Triebwerk - genug für über 70 km/h. 35 Harley-Davidson-Mitarbeiter produzierten in jenem Jahr neben 1.122 Einzylindern 27 der aufwändigen V2-Modelle. Ihr Triebwerk sollte nicht nur zum klassischen Baumuster für luftgekühlte amerikanische Motorradmotoren werden, sondern auch zu einem Symbol für die Marke aus Milwaukee. Schließlich wartet es mit einer enormen Kontinuität auf: Arbeits¬prinzip, Zylinder¬zahl und -anordnung sowie Ventilzahl haben sich nie geändert: Seit 1909 handelt es sich um einen Viertakt-Zweizylinder-V-Motor mit einem Zylinder¬winkel von 45 Grad und mit zwei Ventilen pro Zylinder.
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- Obwohl moderne, luftgekühlte Harley-V2-Triebwerke optisch ihren Ahnen gleichen und demselben Grundprinzip verpflichtet sind, unterscheidet sich die Technik stark von den klassischen Vorbildern
„Flathead“, „Knucklehead“, „Panhead“ und Konsorten
Zahlreiche Motorengenerationen folgten dem Erstlingswerk von Harley - ständig verbessert und verfeinert: Flathead, Knucklehead, Panhead, Shovelhead und Evolution schrieben Geschichte - ebenso wie die von ihnen befeuerten Modelle. Etwa die „Softail“-Typen, die heuer ebenfalls ein Jubiläum feiern: Vor 25 Jahren erschien mit der FXST der erste Vertreter der beliebten Modellfamilie. Doch wenngleich moderne, luftgekühlte Harley-Davidson V2-Triebwerke optisch ihren Ahnen gleichen und demselben Grundprinzip verpflichtet sind, unterscheidet sich ihre technische Ausformung dennoch stark von den klas¬sischen Vorbildern. Sie verfügen über bis zu 1.802 Kubikzentimeter Hubraum, zwei unten¬liegende Nockenwellen steuern die Ventile - wartungsfrei dank Hydrostößeln.
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- Auf der Suche nach mehr Leistung ersann Konstrukteur William S. "Bill" Harley einen großvolumigen V-Zweizylinder mit zwei Pleueln auf einem Hubzapfen
Hightech-Motoren von heute
Bis zu 91 PS beflügeln heute Bikes, die bis zu 200 km/h erreichen. Zu den Tech-Goodies zählen unter anderem Hochleistungs-Motorsteuergeräte, kohlefaser¬verstärkte Zahnriemen, die serielle Datenbus-Technologie, die den konventio¬nellen Kabelbaum ersetzt, und die elektronische Kraftstoffeinspritzung mit Sauerstoff-Sensoren sowie Katalysator. Weitere Innovationen bilden je nach Modell das aktive Ansaug- und Abgassystem, ABS, der elektronische Gasgriff und das Sechsganggetriebe. Über fünf Millionen V-Twins rollten seit 1909 aus den amerikanischen Werkshallen - jeder einzelne der Historie verpflichtet und doch technisch vollkommen auf der Höhe seiner Zeit. „Gutes bleibt, daran wird sich auch künftig nichts ändern bei Harley-Davidson“, so die für eingefleischte V2-Fans beruhigende Ankündigung im Pressetext der Traditionsmarke.

